Photoszene Festival 2018 im Bürgerhaus Stollwerck

 

 

SICHTEN SCHICHTEN BELICHTEN

 

Vom 6. Sept. bis 7. Oktober 2018 stellen im Großen Treppenhaus des Stollwerck aus:
Andreas Helweg, Manuele Klein, Sonja Lang, Susanne Pareike, Georg Witteler, Kit Wong

Vernissage am Donnerstag, 6. Sept. um 17:00 Uhr

Fotografie changierend zwischen konkreten und abstrakten Sichtweisen:
Sechs Künstler zeigen individuelle Positionen der Fotografie.

Andreas Helweg: Sicht und Standort: Friesische Nachtreise
Manuele Klein: Fotomalerei
Sonja Lang: Lightroom
Susanne Pareike: Vor Hinter Grund – Arkadia
Georg Witteler: Transformation in Abstraktion
Kit Wong: Photogravity and Photograffiti

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Andreas Helweg: Sicht und Standort: Friesische NachtreiseAndreas Helweg (Jahrgang 1963) unternimmt eine fotografische Nachtreise am Rande Deutschlands, von der niederländischen Grenze zur dänischen, immer am Deich entlang. Der Deich ist ein unendlicher Lindwurm, eine grüne Wand gegen das Meer. Der ständige Standortwechsel hinter dem Deich und auf dem Deich vereint dabei Eintönigkeit und Vielfältigkeit dieser Landschaft.
Wie in früheren Arbeiten fotografiert Helweg in der Nacht, einerseits, um Sichtweisen durch Verfremdung aufzubrechen, andererseits aber auch, um die besondere Schönheit hervorzukitzeln, die allein das langsame Auge der Kamera erfassen kann. Dabei versucht er, durch strenge Form, Wiederholungen und Unterbrechungen die Dimension des Deichs als Element der Landschaft nachvollziehbar zu machen.
andreas-helweg.de


Manuele Klein: FotomalereiDie hier vorgestellten fotomalerischen Werke Manuele Kleins basieren auf collagenartigen Techniken, deren künstlerische Wirkung Gisbert Franken im Folgenden treffend beschreibt:
„Zeit hat scheinbar ihre Spuren hinterlassen. Unter abblätternden Krusten lassen sich rätselhafte Zeichen entziffern. Vage Figuren heben sich aus einem farblosen blassen Rauschen aus Graustufen und Off-White-Tönen heraus. Die Arbeiten laden zum tüftelnden und spekulierenden ‚Nach-Schauen‘ ein.
Der erste Seheindruck wird verworfen, der Betrachter – schon halb abgewendet und im Begriff das nächste Bild aufzusuchen – dreht sich noch einmal um, um sich zu vergewissern: Was sehe ich da eigentlich?
Das Verrätseln hat Methode, Manuele Klein legt oft eine Fotografie zu Grunde, die anschließend von Farbschichten zugedeckt wird, wie Felder und Wiesen von einer dünnen Schneedecke.
Auch collagierte Schalen aus Papier und Textil können sich über die Grundschicht schieben. Ironie kommt ins Spiel, wenn die Künstlerin statt Aufnahmen von Landschaften oder Architektur eigene Arbeiten, Gemälde und Collagen fotografiert, um sie in einem Selbstzitat erneut zu einem Gegenstand von Überarbeitungen und Verwandlungen zu machen. Kunst und Natur verschmelzen in einem Prozess des gegenseitigen Spiegelns, Zitierens, Analysierens und Interpretierens.“ (Geheimnisvolle Schichten von Gisbert Franken, Kölner Rundschau)
www.manueleklein.de

Sonja Lang: LightroomSonja Lang, 1964 geboren, lebt und arbeitet als freie Fotografin in Köln.
Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in den Bereichen Stills, Streetart, Portrait, Natur und Architektur sowie Kunst im öffentlichen Raum.
Eine Quelle der Inspiration ist ihr die stetige Auseinandersetzung mit substanziellen Schichten der visuellen Wahrnehmung, die sie bei ihrer Formen- und Spurensuche zu immer neuen Sichtweisen führt.
In ihren Projekten verdichten sich jeweils bestimmte Aspekte dieser meditativen Prozesse, wie auch in der hier erstmals gezeigten Serie „Lightroom“. Das Spiel von Licht und Schatten erzeugt schemenhafte Lichtgestalten und formt den abstrakten Raum mit seinen Reflektionen und Verwerfungen. Durch das Gegenüber mit seinem invertierten Spiegelbild kommuniziert das Formenspiel auf einer weiteren Ebene und verleiht den Bildern einen unverwechselbaren künstlerischen Ausdruck.
Die ausgestellten Fotografien zeigen eine Serie, die während der Ausstellung „das (fast) leere Haus“ (2017) sowie in der aktuellen Ausstellung „Pas de deux“ im Kolumba Museum Köln (2018) entstanden sind.
jazzygate.com/de/sonja-lang

Susanne Pareike: Vor Hinter Grund – Arkadia

Susanne Pareikes Foto-Objekte entstehen in der Dunkelkammer. Dort verwendet sie Fundstücke, aufgefunden an verschiedenen Orten: Hölzer, mit gewachsenen Strukturen, Fragmente von Stoffen, Geweben mit Untermalungen, Spuren der Beschädigung, des Gebrauchs und des Zerfalls.
Diese bilden den Hintergrund für Fotografien von Menschen am Meer, Menschen in ihren Lebensräumen, ihrer natürlichen Umgebung.
Mit Hilfe der in der Dunkelkammer malerisch manuell aufgetragenen lichtempfindlichen Silbergelatine verschmelzen die analogen Belichtungen mit den darunter liegenden Ebenen zu einer Einheit, die vielfältige psychische, soziale und kulturelle Bezugsrahmen aufscheinen lässt.
Zwischen Traum und Wirklichkeit bewegen sich diese 2017 in Griechenland entstandenen Dunkelkammerarbeiten von Susanne Pareike – jedes Objekt dieser Serie ein vitales Unikat mit individueller Ausstrahlung.
www.susannepareike.de


Georg Witteler: Fotografie verwandelt in abstrakte Expression

Georg Wittelers Bilder basieren auf digitaler Fotografien, die er auf Wanderungen durch die Stadt unter formalen Aspekten sammelt. Die einzelnen Fotos geben alleine kein sinnvolles Bild, liefern aber das Rohmaterial für die spätere Arbeit. Am Computer werden bis zu zwölf Fotos übereinandergeschichtet und reagieren mit einem eigens entwickelten Verfahren miteinander.
Das Resultat sind Bilder, die ihre ursprünglichen Vorlagen völlig vergessen lassen. Ihre Wirkung scheint dem Abstrakten Expressionismus verwandt zu sein; die Bilder vermitteln den Eindruck, als ob Farbe mit Pinsel und Spachtel auf Maluntergrund aufgetragen worden wäre. Dennoch sind es digitale Bilder, die erst durch den Druckvorgang oder Projektion den virtuellen Raum verlassen.
www.georg-witteler.de


Kit Wong: Photogravity and Photograffiti
Kit Wong lebt und arbeitet seit 2012 in Köln. Im Brennpunkt seiner Fotografie stehen Landschaftsaufnahmen, urbane Szenerien und stilllebenartige Reiseimpressionen – seine außergewöhnlichen Kompositionen von Alltags-Fragmenten asiatischer und europäischer Lebenswelten decken pointiert und einfühlsam Schichten kulturellen Selbstverständnisses auf.
Die ausgestellte Serie thematisiert einen weiteren Aspekt seines Schaffens, der darauf aufbaut und gleichzeitig auf faszinierende Weise mit weiteren Dimensionen des Sehens experimentiert: Neben teils großformatigen, manchmal verfremdenden Aufnahmen kleiner Gegenstände aus den Bereichen Lebensmittel, Alltagsgegenstände oder Pflanzenwelt mit teils hypnotischer Wirkung (Gravity) komponiert Wong immer wieder collagenartige Arrangements mehrerer kleiner Snapshots, die im Ensemble die Wirkung einer Einzelaufnahme übersteigen (Graffiti).
„Statt mit Sprühdose oder Lack bemale ich die Wand mit meinen Bildern,“ so Wong, „die sich schnell wandelnde Welt in einem Augenblick, einem Moment, einer kurzen Botschaft spontan festzuhalten, ist der Impuls einer jeden Graffiti.“
www.kit-w.com